“Kein Halt in Freimann” erzählt einen Lebensabschnitt des Protagonisten “Fränk”, welcher zugleich der Hauptcharakter der Geschichte als auch der Erzähler in dem Hörspiel ist. Gesprochen wird Fränk von Norman Sonnleitner, welcher bereits an einigen Hörspielen mitgearbeitet hat und ansonsten auch als Schauspieler in Film und Theater zu sehen ist. Die Idee hinter dem Hörspiel stammt von Sebastian Kuboth (Spielleitung, Idee & Buch), welcher unter anderem auch die Internetseite punkrocknews.de ins Leben gerufen hat. Wieso das eine Rolle spielt? Ganz einfach… Es ist ein Szenehörspiel, welches nicht von irgendeinem Karl Arsch geschrieben wurde der sich dachte “Oh toll, ein Hörspiel im Punkrockbereich gibt es noch gar nicht? Dann nutze ich die Marktlücke mal aus um etwas Geld zu erbeuten..” – Nein, Sebastian Kuboth hat dies aus eigenem Antrieb auf Grund seiner Verbundenheit zur Musikszene und vorallem auch zu Hörspielen gemacht. Bei dieser Idee stand der Profit bei weitem nicht im Vordergrund, sondern eher der Gedanke etwas bis dahin einmaliges in der Punkrockszene zu erschaffen – Ein Hörspiel gab es nach seinen (und unseren) Recherchen in dieser Szene nämlich noch nicht.
“Ich mache lieber mein Ding..” so sagt Fränk es in einen seiner zahlreichen Monologe. Getreu dem Motto: “Was die anderen denken ist mir scheißegal”. So lebt Fränk in den Tag und erzählt uns seine Geschichte über eine Freundschaft, Partys und seine Ansichten über die Menschheit. Das gesamte Geschichte spielt in München und ist rein fiktiv gewählt, wobei sich durchaus immer wieder Parallelen zu selbsterlebten Situationen finden lassen. Ein paar Beispiele? Ein zerrüttetes Elternhaus, zuviel Alkohol, Freundschaften die einem einfach nichts mehr geben können und man sich auseinander gelebt hat… Das alles liegt eigentlich hinter ihm, doch seine Vergangenheit holt ihn am Ende wieder ein und es kommt zu einer Konfrontation mit einem überraschenden Ende… Neben der interessanten Story um Fränk und seinen damals besten Freund “Tom” liegt ein weiterer Schwerpunkt auf den musikalischen Aspekten. “Kein Halt in Freimann” ist als Doppel-CD erschienen und beinhaltet auf CD1 das komplette Hörspiel und auf CD2 den Soundtrack mit 13 Stücken aus der Münchner-Musikszene. Für den Titelsong “Kein Halt in Freimann” wurde sogar extra eine eigene Band mit dem Namen “The Moosholzers” gegründet. Musikalisch ist das Hörspiel also gut gestützt und die Übergänge zwischen Hörspiel und Musik sind durchaus gelungen. Die Geschichte wirkt realistisch und nicht aufgesetzt, die Erzähler sind zum größten Teil professionelle Schauspieler oder Sprecher von anderen Hörbüchern, der Soundtrack stimmt ebenfalls – Insgesamt betrachtet ist “Kein Halt in Freimann” also durchaus empfehlenswert, wenn auch stellenweise vielleicht etwas langatmig. Vorallem bin ich mir aber sicher, dass der ein oder Mensch aus der Szene (egal ob Punker, Skin, etc) sich in teilen der Geschichte wiedererkennen wird.
Dieses tolle Punkrockhörspiel-Debüt ist uns 7/10 Punkte wert.
Mehr Informationen zu “Kein Halt in Freimann” und dem Autor Sebastian Kuboth bekommt Ihr in diesem Interview (auch im Bereich Media zu finden), welches wir am 29.11.2009 mit Sebastian Kuboth geführt haben:
CD 1 – Das Hörspiel
01. Kennen Sie das?
02. Ich mach lieber mein Ding!
03. Jung war ich …
04. Dieses Arschloch!
05. Will er mich testen oder was?
06. Endlich wieder in Freimann!
07. Ein typisches Konzert …!
08. Nicht mehr aus der Wohnung gehen?!
09. Weiterentwicklung ist etwas wesentliches
10. Nicht verarbeitete Dinge…
11. Woran soll man glauben?
CD 2 – Der Soundtrack:
01. Tobsi – Perfekte Droge
02. Taxgas – Der Junge im Kino
03. Brainbucks – Anarchie muss her
04. Destination:Failure! – Searching
05. Mummy’s Darlings – Friendship (Rohmix)
06. Kafkas Orient Bazaar – F.O.T.O.
07. The Moosholzers – Kein Halt in Freimann
08. Kein Signal – So manche Nacht
09. Taxgas – Mir geht’s doch genauso schlecht
10. Destination:Failure! – New Year’s Eve
11. Pock – Not My Fault
12. The Gumbabies – A Token World
13. Jakob Braun – $%#!&?!:-@ (Instrumental)

