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Hinweis: Dieser Artikel ist eher “Off-Topic” und bezieht sich nur indirekt auf die Musikwelt. Allerdings haben wir das Bedürfnis über bestimmte Dinge im Leben unsere Meinungen und Gedanken zu verbreiten und deshalb nutzen wir diese Plattform auch für den folgenden Artikel.

So prangert es zur Zeit an vielen Universitäten

Dieser Hörsaal ist besetzt!

Die Überschrift verrät schon das eigentliche Thema: Der bundesweite Bildungsstreik 2009. Überall in Deutschland werden an den Universitäten Hörsäle besetzt, friedliche Demonstrationen vollzogen und die Meinung lauthals kundgegeben. Doch wofür demonstrieren die Studierenden eigentlich? Leider wissen das viele der Demonstranten, so glaube und befürchte ich, selber nicht genau. Einen großen Teil der Masse kann man sicherlich als “Mitläufer” zählen, jedoch sind auch diese enorm wichtig, wenn man ein Ziel durchsetzen will. Das Stichwort dabei ist: MASSE. Wer interessiert sich schon für EINE PERSON die auf die Straße geht und demonstriert oder seine Meinung sagt? Niemand… Um Aufmerksamkeit zu erregen braucht man eine große Masse an Leuten. Je mehr desto besser – doch zurück zum Anfang: WOFÜR wird hier eigentlich “gestreikt” und demonstriert?

Schaut man sich die Homepage www.bildungsstreik.net genauer an, so findet man dort eine Auflistung der folgenden Forderungen:

Soziale Öffnung der Hochschulen
den Abbau von Zulassungsbeschränkungen durch den Ausbau von Studienplätzen!
die Abschaffung von Studiengebühren und die gesetzlich verankerte Gebührenfreiheit von Bildung!
die finanzielle Unabhängigkeit der Studierenden – ohne Kredite!
die Abschaffung jeglicher Diskriminierung, auch in ihrer institutionalisierten Form gegenüber ausländischen Studierenden!

Abschaffung von Bachelor/Master in der derzeitigen Form
die Abkehr vom Bachelor als Regelabschluss!
das Ende von Verschulung, Regelstudienzeit und Dauerüberprüfung!
die Möglichkeit individueller Schwerpunktsetzung im Studium!
die tatsächliche Umsetzung der Mobilität zwischen den Hochschulen!

Demokratisierung des Bildungssystems
den Abbau von wirtschaftlichen Zwängen im Bildungsbereich!
die Mitbestimmung aller Beteiligten im Bildungssystem, u.a. durch Viertelparität in den Hochschulgremien!
die Einführung verfasster Studierendenschaften mit politischem Mandat in allen Bundesländern!

Verbesserung der Lehr- und Lernbedingungen
die Umsetzung freier alternativer Bildungskonzepte!
die Beendigung prekärer Beschäftigungsverhältnisse im Bildungsbereich!
die Aufstockung des Lehrpersonals auf ein pädagogisch tragbares Niveau! Dazu sind in den nächsten drei Jahren mindestens 8.000 Professuren, 4.000 Mittelbaustellen und 10.000 Tutor_innenstellen neu zu schaffen!
die Förderung aller Studierenden statt einseitiger Elitenbildung!
die Einheit von Forschung und Lehre statt der Exzellenzinitiative!

Viele Punkte finden dabei durchaus meine Zustimmung, allerdings nicht alle. So bin ich persönlich zum Beispiel nicht für die komplette Abschaffung der Studiengebühren. Meiner Meinung nach müsste man versuchen das Erststudium beitragsfrei zu gestalten – allerdings auch nur so lange, wie der Studierende seine “Pflichten” ernst nimmt. Jeder kennt ja das Bild vom “Dauerparty-Student” – das kommt halt leider nicht von ungefähr… Studierende die sich wirklich bilden wollen und ihr Studium durchziehen sollten die bestmögliche Förderung erhalten – Leute die dieses System “ausnutzen” sollten es hingegen auch selber bezahlen müssen.

Grundsätzlich sollte jeder Mensch die Möglichkeit auf BILDUNG haben. Und zwar nicht die Bildung auf dem Niveau der “Bild Dir Deine Meinung”-Zeitung, sondern Bildung mit seriösen Quellen. Die Lehrkräfte in Deutschland sind leider auch nicht immer das Wahre. So kenne ich es aus meiner Schulzeit noch, dass einem manche Dinge komplett falsch erklärt oder Themengebiete, auf Grund von Unwissenheit, einfach übersprungen wurden. Deshalb ist es nicht nur wichtig, dass es mehr Lehrkörper gibt um die Wissbedürftigen zu sättigen, sondern dass diese Lehrer auch entsprechend ausgebildet sind.

Einige der Ziele des “Bildungsstreikes” werden jedoch oftmals auch (absichtlich?) falsch verstanden. So wurde niemals gesagt, dass man zum Beispiel das “Bachelor / Master” System komplett abschaffen will – nein, man möchte es lediglich in einer vernünftigen Form überarbeitet sehen. Daran sieht man mal wieder sehr schön, wie einfach manchen Menschen die Worte im Mund verdreht werden können.

Die nächste große, geplante Aktion findet übrigens bereits am 10.12.2009 unter dem Motto “Kultusminister nachsitzen!” in Bonn statt.

Ansonsten kann man jedem Interessierten wirklich nur empfehlen sich mal genauer mit dem Thema “Bildungsstreik” – wieso und weshalb – auseinanderzusetzen, bevor man irgendwelche Schlüsse zieht und diese “Proteste” verurteilt.

Weitere interessante Informationen gibt es auf www.bildungsstreik.net

bildungsstreik

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Ein Kommentar
  1. Klaus Hoffmann schrieb:

    Meiner Ansicht nach ist dieser “Bildungsstreik” ein Ausdruck der Hilflosigkeit. Hilflosigkeit gegenüber den Machthabenden, bei denen man mit logischen, vernünftigen Argumenten nichts ausrichten kann.
    Wenn man einem solchen System ausgeliefert ist, kann man nur noch zu physischen Mitteln greifen, weil intellektuelle nicht funktionieren.
    Der Ausgang der Sache, und der Sinngehalt, ist leider fragwürdig. Das Schwert der Mächtigen ist bis heute immer noch stärker als die Macht Feder der Argumentierenden. Möglicherweise ändert sich das gerade, im Internetzeitalter, und falls dem so ist, besteht Hoffnung.
    Master/Bachelor – ja, sowas gehört nicht an Universitäten, meiner Meinung nach. Praxisorientierte Berufsausbildung als Ingenieur konnte man schon immer an Fachhochschulen erlangen.
    Aber Universitäten sind meiner Ansicht nach eher für Allgemeinbildung da. Zum Beispiel: Die so arg vermisste “Medienkompetenz” könnte jemand bekommen, der Informatik, Philosophie und Soziologie gleichzeitig studieren könnte.
    Sowas geht heute finanziell nun gar nicht mehr. Außer man war schon vorher reich.
    Dieser Beitrag ist aus technischen Gründen stark verkürzt.

    Montag, 7. Dezember 2009 um 19:48 | Permalink

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